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„Gruppendynamik und Organisationsberatung“–
kurzgefasste Geschichte einer Zeitschrift

Heft 1 des ersten Jahrgangs erschien im Frühjahr 1970 im Verlag Ernst Klett – damals noch unter dem Titel „Gruppendynamik. Forschung und Praxis“. Die Pläne zur Gründung der Zeitschrift gehen sicher bis 1967 zurück, denn zunächst sollte die Zeitschrift unter dem Namen „GruppenDynamik“ im Verlag Reimar Hobbing (Essen) erscheinen. Zum Kreis der ersten Herausgeber zählten u.a. Wolf Graf von Baudissin, Tobias Brocher, Adolf Martin Däumling, Heinz Häfner, Max Horkheimer, Traugott Lindner, Wolfgang Metzger, Friedrich Minssen und Kurt Spangenberg. Ein illustrer Kreis von Persönlichkeiten aus verschiedenen Wissenschaftsgebieten hatte sich also zusammengefunden, um eine Zeitschrift zu gestalten, die einem neuen Themenbereich galt. Die Zeitschrift sollte „zwischen Wissenschaftlern und Praktikern aus dem Bereich der Psychologie, der Soziologie und der Pädagogik und ihrer Nachbardisziplinen (...) eine Verbindung herstellen“ (Geleitwort der Herausgeber in Heft 1).

Die Zeitschrift erscheint bis heute regelmäßig mit vier Heften pro Jahrgang. Noch im ersten Jahr des Bestehens der Zeitschrift setzte sich im Redaktionskomitee und im Herausgeberkreis die Auffassung durch, in jedem Heft solle ein besonderes, aktuelles Thema behandelt werden. So hat seit dieser allerersten Zeit bis heute jedes Heft einen Thementeil und einen allgemeinen Teil. Die Festlegung der Thementeile der nächsten Hefte, die Gewinnung von Editoren für diese Teile und die Gewinnung von qualifizierten Beiträgen hierzu stellen einen wichtigen Teil der Herausgebertätigkeit und eine erhebliche Folgearbeit für die Redaktion dar. Thementeile – bis heute also über 150 – gehören nach wie vor zum festen Bestandteil der Zeitschrift und machen einen Reiz der Zeitschrift aus.

Oft gelang es durch aktuelle Beiträge und Thementeile, theoretische Ansätze, Fragestellungen und Forschungsthemen der angewandten Sozialpsychologie zu einem frühen Zeitpunkt aufzugreifen. So wurden Themen wie Prosoziales Verhalten, Mobbing, Unternehmenskultur, Gewaltprävention bei Sportveranstaltungen, Interkulturelle Psychologie und viele andere Fragen in „Gruppendynamik und Organisationsberatung“ früher als in anderen Zeitschriften thematisiert. Diese Aktualität hat der Zeitschrift immer wieder Beachtung gesichert.

„Gruppendynamik und Organisationsberatung“ vermittelt als Fachzeitschrift nach wie vor zwischen Forschung und Praxis. Alle eingereichten Beiträge durchlaufen (seit etwa 1975) ein kollegiales Begutachtungsverfahren, so dass jedes eingereichte Manuskript von mindestens zwei Herausgebern (ohne Namenskenntnis der Verfasserin / des Verfassers) begutachtet wird.

Die Redaktion befand sich zunächst im Verlag Ernst Klett, ab 1980 bei dem damaligen Geschäftsführenden Herausgeber Prof. Helmut E. Lück in der FernUniversität; seit 2000 befindet sie sich bei dem derzeitigen Geschäftsführenden Herausgeber Prof. Jörg Fengler in der Universität zu Köln, 1984 wechselte die Zeitschrift von Klett-Cotta zum Verlag Leske + Budrich, Opladen; mit dem Verkauf dieses Verlages wechselte die Zeitschrift 2004 zum Verlag für Sozialwissenschaften. Mit Heft 1/2000 erhielt die Zeitschrift einen veränderten und neugestalteten Titel: „Gruppendynamik und Organisationsberatung. Zeitschrift für angewandte Sozialpsychologie“. Dieser Titel und ein entsprechend erweiterter Herausgeberkreis trägt den veränderten Leserinteressen Rechnung.

Prof. Dr. Helmut Lück

 

Bilder:

Herausgeber-Konferenz 1999
Übergabe der Redaktion von Hagen nach Köln 2002

 

Literatur zur Geschichte der Zeitschrift:
Heidbrink, H. & Becker, J. H. (1990). Zwanzig Jahre „Gruppendynamik“ – Trends und Rezeption. Gruppendynamik, 21, 121-134.
Lück, H. E. (1990). Zwanzig Jahre “Gruppendynamik”. Erinnerungen, Hinter­gründe, Perspektiven, Gruppendynamik, 21, 95-101.

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